24.08.07
WAZ
: Politiker fordern Stadionverbot

Von Michael Hinz

"Die Kampagne des VfL Bochum für mehr Toleranz und gegen Diskriminierung war ein guter Anfang", erklärte Sevim Dagdele für "Die Linke" im Deutschen Bundestag. "Aber der Verein sollte endlich dem Beispiel anderer Fußball-Bundesligisten folgen und Nazis den Zugang zum Stadion verwehren." Dagdele spielte damit auf das "BOgesehen" in der WAZ vom 24. August an.

Bremen, Berlin und jetzt auch Dortmund verwehren allen Besuchern, die Kleidung der Marke "Thor Steinar" tragen, den Zutritt, was der VfL so explizit noch nicht beschlossen hat. Dagdele geht noch einen Schritt weiter: "Auch Träger von Marken wie Consdaple und Masterrace sollten grundsätzlich außen vor bleiben." Die Träger dieser Kleidungsstücke würden eindeutig dem rechten Spektrum angehören.

Ähnlich äußerte sich gestern auch Ewald Groth für das Bündnis 90/ Die Grünen im NRW-Landtag. "Der VfL Bochum muss Farbe bekennen und Thor Steinar Kleidungsstücke aus dem Stadion fernhalten."

Groth zitiert in diesem Zusammenhang Bundes-Innenminister Wolfgang Schäuble: "Der Fußball stellt sich seinen gesellschaftlichen Aufgaben und seiner Verantwortung. Er hat die Kraft und die Popularität, Menschen aller Schichten zu erreichen und wird den Kampf gegen rechtsextremistische und fremdenfeindliche Entwicklungen mit aller Entschiedenheit führen." Dazu, meint Groth, müssen nun auch die Verantwortlichen des VfL stehen.

Unabhängig davon gibt es unter den Fans längst eine Initiative. Der Fanclub "Prolls United" hat bereits 800 Unterschriften gesammelt und unterstützt die Bürgerinitiative "Goaliat", die den Anstoß gab, in Zukunft Zuschauern mit Thor Steinar-Kleidung den Zugang zum rewirpower-Stadion zu verwehren.

 

23.08.07
Keine Neonazis im „rewirpowerstadion“!

Mit dieser Unterschriftensammlung fordern wir die Verantwortlichen des VfL Bochums dazu auf, eindeutig rechte Bekleidungsmarken wie Thor Steinar, Consdaple, etc. im „rewirpowerstadion“ zu verbieten und TrägerInnen dieser Marken ein Stadionverbot zu erteilen.

Wir hatten diese Unterschriftensammlung begonnen, nachdem in Bochum das Bekleidungsgeschäft „Goaliat“ in der Oskar-Hoffmannstraße eröffnet wurde, das rechte Markenkleidung verkaufte. Zwar hat dessen Besitzer im Juni 2007 aufgrund des massiven Drucks eines breiten Bündnisses von AnwohnerInnen, Gewerbetreibenden, Vereinen, Gewerkschaften und Parteien im Viertel aufgegeben. Dennoch führen wir diese Unterschriftenaktion fort. Immer noch steht in Wattenscheid die  NPD-Zentrale NRWs. Und immer noch ist rechte Kleidung in Fußballstadien zu sehen. Daher fordern wir den VfL Bochum auf, der Kampagne „Dafür! Dagegen“ weitere Taten folgen zu lassen. Hertha BSC Berlin, Werder Bremen, FC St. Pauli und seid der neuen Saison auch Borussia Dortmund haben es bereits vorgemacht und Stadionverbote gegen Neonazis verhängt.

10.06.07
Thor-Steinar- und andere Nazi-Klamotten sind unerwünscht:
Berlin! Bremen! Bochum?

“Werder Bremen setzt nun ein deutliches Zeichen gegen Rechts. Zukünftig wird Zuschauern, die Kleidung der Firma “Thor Steinar” tragen, der Zugang zum Weser-Stadion verwehrt”, schreibt der Fußball-Bundesliga-Verein Werder Bremen auf seiner Webseite. Zuvor hatte schon Hertha BSC genauso entschieden: “Ab dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (04.11.2006) wird Zuschauern, die Kleidung der Firma Thor Steinar Kleidung tragen, der Zugang zum Berliner Olympiastadion verwehrt”, heißt es auf der Webseite des Berliner Fußball-Clubs. Der VfL Bochum hat sich bisher geweigert, diesem Beispiel zu folgen. Die Bochumer hatten ihre Weigerung mit Berliner Besonderheiten begründet, die in Bochum nicht gegeben seien. Mit der Bremer Entscheidung kommt der VfL nun in die Defensive. Seine Kampagne “Dafür! Dagegen!” könnte bald im Abseits stehen. In Bochum gibt es schließlich einen Nazi-Laden, der offensiv Thor-Steinar-Sachen verkauft.

Der VfL-Fanclub Prolls United fordert beim VfL den gleichen Umgang mit Personen, die Kleidung der Firma “Thor Steinar” tragen. Die Unterschriftenliste ausdrucken, ausfüllen und an folgende Adresse schicken.

Prolls United
c/o LQF
Brückstr. 46
44787 Bochum

PDF zum Download

 

Stadtteilfest am Sonntag im Ehrenfeld
Start der Unterschriftkampagne: Keine Neonazis ins Stadion!

Am Sonntag, dem 10. Juni fand ein Stadtteilfest vor dem Bochumer Schauspielhaus statt. Unter dem Motto “Bunt statt braun” wurde über die Hintergründe des Nazi-Ladens in der Oskar Hoffmann Straße informiert.
Tobias Gustrau, Vorsitzender des VfL Fanclubs Prolls United, stellte auf dem Fest am Sonntag eine Unterschriftenkampagne vor. Der Text lautet: “Mit dieser Unterschriftensammlung fordern wir die Verantwortlichen des VfL Bochums dazu auf, eindeutig rechte Bekleidungsmarken wie Thor Steinar, Consdaple, etc. im „rewirpowerstadion“ zu verbieten und TrägerInnen dieser Marken ein Stadionverbot zu erteilen.

Fotos vom Stadtteilfest hier